Die Beatles und der Star Club

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Der Star Club in Hamburg St. PauliMit dem Motto  "Die Zeit der Dorfmusik ist vorbei" kündigten rote Plakate im Frühjahr 1962 die Eröffnung des Star-Clubs in der Großen Freiheit 39 in Hamburg St. Pauli an. In den Clubs auf der Reeperbahn, dem Indra, dem Kaiserkeller und Top Ten Club, entstand damals die Beat-Musik aus Skiffle und Rock’n‘Roll, von den Zeitgenossen weltweit „The Hamburg Sound„ genannt. Die harte Konkurrenz sowie der Ehrgeiz und das Talent junger Musiker ließen in kurzer Zeit eine neue Musikrichtung entstehen, die in den 1960er Jahren weltweit einen unbeschreiblichen Erfolg erlebte und die Grundlagen der heutigen Popkultur legte. Hier im Hamburger Rotlichtviertel begann die weltweite Karriere der Beatles. Um die Motivation der damaligen Jugend und der daraus entstandenen Musik noch besser zu verstehen, also was sie veranlasste diesen Weg zu gehen und damit die Geschichte nicht nur der Musik so nachhaltig zu verändern, sind der Zeitgeist und einige wichtige Ereignisse der Schlüssel, den wir hier versuchen wollen Euch etwas näher zu bringen.

 

Bill Haley und die Krawalle Durch den im Februar 1955 erscheinenden Film „Blackboard Jungle", der bei der Biennale in Venedig nach Protest der USA nicht gezeigt wird, da er dem Ansehen Amerikas schade, und damit zugleich zum Kassenschlager und Skandal wird, wird Bill Haley´s bereits 1954 veröffentlichte und bis dahin erfolglose Single „Rock Around The Clock" zur Erkennungsmelodie für eine revoltierende Jugend und zur Inspiration vieler Musiker jener Zeit. Vor gesellschaftlicher Gewalt warnend, wird der Film jedoch vielerorts zum Anlass für Gewalt: Jugendliche randalieren vor überfüllten Kinos, die Wochenschauen zeigen zertrümmerte Kinosäle, umgestürzte Autos und Straßenschlachten mit der Polizei. Und sie kennen auch gleich die Ursache: den Rock'n'Roll. In den folgenden Jahren muss die Polizei immer wieder gegen randalierende „Halbstarke" einschreiten. Als Bill Haley 1958 nach Deutschland kommt, gibt es Schlägereien nach seinen Konzerten. Die einfache Diagnose, die Musik sei Schuld, scheint bestätigt. Das SED-Zentralorgan "Neues Deutschland" wetterte von jenseits des Brandenburger Tores: Der Auftritt des "Rock'n'Roll-Gangsters Haley" sei eine "Orgie deramerikanischen Unkultur", der "Rheinische Merkur" spricht entrüstet von einem "Komet der Triebentfesselung". Dabei weiß es schon der Skandal-Film selbst besser: Er sieht die "Saat der Gewalt" (dt. Titel des Films) in der Sprachlosigkeit zwischen den Jugendlichen und einer Elterngeneration, die durch den Krieg geprägt ist und meist ihre eigene Jugend verloren hatte. Das dämmert in Deutschland erst zehn Jahre später. Die "golden 50s" waren alles andere als offen und tolerant gegenüber Jugendlichen und Minderheiten.

 

Die Prügelstrafe war ein gebräuchliches Mittel der Erziehung und die Sexualpädagogik zwang die jungenErwachsenen zum totalen Verzicht auf Sex vor der Ehe und sich ohne wenn und aber den Erwachsenen unterzuordnen. Zwar hatten in den 50ern fast alle jugendlichen Arbeit, doch dafür mussten sie auch richtig knüppeln. Nach den gültigen Jugendarbeitsschutzbestimmungen war es zulässig, dass die 14-18 jährigen bis zu 48 Stunden in der Woche arbeiten zu lassen. Als dann der Rock´n´Roll kam und die Jugendlichen in ihm ein Ventil für ihren Frust fanden, entlud sich der aufgestaute Hass gegen die spießige Welt der Erwachsenen. Sie pfiffen auf die Konventionen und bigotte Heuchelei, sie provozierten und der Rock´n´Roll war nur die Begleitmusik zu diesem Spektakel, das seinen Höhepunkt in den 60er Jahren erreichen sollte. Dabei war das Erscheinen der „Halbstarken“ nicht allein auf Deutschland beschränkt, sondern konnte auch in vielen anderen Ländern Europas beobachtet werden. So gab es in England z.B. die „Teddy Boys“ und die „Ton-Up Boys“, in Dänemark gab es die ,,Laederjakken", in Spanien die ,,Gamberros", in Österreich die ,,Platten-Brüder", in Frankreich die ,,blouson-noirs", in der Sowjetunion die ,,Hooligans", in Schweden die sogenannten „Raggare“ oder „Skinnknuttar“ und in Japan die „Taiyozoku“. Die Norddeutsche Zeitung schrieb dazu am 30.6.1956: ,,Was mit unserer Jugend nicht in Ordnung ist? - Ich kann es mit einem Wort sagen: die Eltern." Lonnie Donegan und der Skiffle Im Januar 1956 brachte Lonnie Donegan den Song "Rock Island Line" heraus.

 

Trotz des Titels gab es nurwenig Beziehungen zur entfesselten Rock-Musik. Neu und interessant jedoch war die Tatsache, dass die Nummer auf Instrumenten gespielt wurde, die leicht zu behandelm und zu beherrschen waren. Donegan machte "Skiffle" auf Gitarren, Waschbrett und Teekistenbass populär. Zum erstenmal konnte jeder ohne große musikalische Vorkenntnisse einfach daruflosspielen, und Musikmachen war damit nicht mehr ausschließlich Sache von Berufsmusikern. Es war plötzlich für jedermann möglich sich musikalisch zu produzieren und so flammten in England an allen Ecken Skiffel-Bands auf.

 

Elvis Presley und der Sexappeal Das erregendste Ereignis in der Pop-Musik der fünfziger Jahre, wie überhaupt die einflußreichste Einzelpersönlichkeit im Pop-Business aller Zeiten bis zu den Beatles, war Elvis Presley. Auch er setzte sich inder ersten Hälfte des Jahres 1956 durch. Bis zum Mai war sein berühmtes "Heartbreak Hotel" an die Spitze der Hit-Listen in vierzehn Ländern gelangt. Es ist die erste Platte im amerikanischen Musikgeschäft, die eine Plazierung in drei Kategorien der Charts zur gleichen Zeit erreicht: Pop, Rhythm & Blues und Country & Western. Im Juli erscheint seine Version von Hound Dog (zuerst 1953 mit der Blues-Sängerin Willie Mae Thornton veröffentlicht) und erreicht Platz 1 in ebenfalls allen drei Kategorien der damaligen Charts. Eigentlich war ein Phänomen wie Elvis bereits von vornherein zu erwarten gewesen. Man brauchte nur Bill Haley persönlich gesehen zu haben. Er war pummelig, ein Mann mittleren Alters und ganz und gar nicht sexy. Diese neue erregende Musik, Rock'n'Roll, schrie geradezu nach einem erregenden Sänger, der zu ihr passte. Rock war die Musik der jungen Leute. Und Elvis war der erregende Sänger, der sie transportierte. "Vor Elvis hat mich eigentlich alles kaltgelassen", sagte John Lennon. Die Beatles wurden davon ebenso gepackt wie Millionen anderer junger Leute im gleichen Alter. Alle erinnern sich gleichermaßen an Bands, die in jeder Schule und in jeder Straße ihres Ortes gegründet wurden. Das Virus breitete sich aus, und keiner konnte ihm entkommen.

 

Die Beatles und der Hamburg Sound Als die Beatles am 27.12.1960, kurz nach ihrem ersten, knapp 16 Wochen dauernden Hamburg-Aufenthalt, als Vorgruppe von King Size Taylor & The Dominoes in der Litherland Town Hall nahe Liverpool auftraten, führte ihre knallharte, von Stampfen und Trampeln begleitete Hamburger Musik buchstäblich zu einer Hysterie. Statt der allseits erwarteten Anzüge und Krawatten trugen sie schwarzes Leder und Pete Best prügelte das Schlagzeug mit einer manischen Wildheit, die noch niemand in Liverpool bisher erlebt hatte. Sie spielten, als wenn die Songs alles für sie bedeuteten. Das Publikum war gebannt und die Promoter überschlugen sich, sie unter Vertrag zu nehmen. Jeder von ihnen bekam sechs Pfund für die Nacht. So viel hatten sie noch nie erhalten. An diesem Abend stand auf ihren Plakaten: „Die Beatles, direkt aus Hamburg" und viele der Jugendlichen, die in jener Nacht und noch in vielen anderen Nächten tobten, glaubten, sie seien Deutsche. Als die Beatles ihre Autogramme gaben und die anderen sie reden hörten, riefen sie voller Überraschung: „Ihr sprecht aber gut Englisch." „Wahrscheinlich sahen wir auch wie Deutsche aus", meinte George Harrison später. „Zumindest unterschieden wir uns mit unseren Lederhosen und unseren Cowboystiefeln erheblich von all den anderen Gruppen. Wir sahen komisch aus und spielten anders. Wir schlugen wie eine Bombe ein." „Es war ein Abend", berichtete John Lennon, „an dem wir so richtig aus uns herausgingen und aufdrehten wie in Hamburg. Wir stellten fest, daß wir ziemlich berühmt waren. Da begannen wir zum erstenmal zu glauben, dass wir tatsächlich gut sind. Bis Hamburg hatten wir gedacht, wir wären ganz O.K., aber doch nicht gut genug." Hamburg hatte die Beatles verändert! Doch nicht nur die Beatles hatten sich verändert. Während ihrer Abwesenheit in Hamburg hatten sich auch bedeutsame Veränderungen in Großbritannien vollzogen. Jede Gruppe bemühte sich nun wie besessen, die "Shadows" zu imitieren. Cliff Richards persönlicher Erfolg hatte die Shadows, seine Begleitband, zu eigenenErfolgen geführt.

 

Ihre am 25. August 1960 veröffentlichte Instrumentalnummer Apache hatte das Land im Sturm erobert und blieb sechs Wochen auf Platz 1 der Britischen Charts. Jede Gruppe ahmte nun ihre nüchterne, entsetzlich brave und adrette Bühnenkleidung nach: graue Anzüge, gleiche Krawatte und auf Hochglanz polierte Schuhe. Die Shadows machten kleine Tanzschritte, drei nach links, drei nach rechts. Die Beatles hingegen spielten laut und wild. Sie sahen schäbig und verwahrlost aus. Sie hatten an ihrem Rock'n'Roll-Stil festgehalten, dem die Shadows inzwischen den Garaus gemacht hatten. Sie hatten sich in Hamburg durch zusätzliches Stampfen, durch elektrische Verstärker und wildes "Mach Schau" auf der Bühne zu noch wilderen Rock'n'Rollern entwickelt. Sie hatten einen ganz eigenen, neuen Klangeffekt entwickelt: einen Sound, der Lichtjahre von den braven Shadows entfernt war. Ein Klang, vor dem man davonlaufen und sich die Ohren zuhalten musste, oder man musste ebenso enthemmt und ekstatisch werden wie die jungen Leute, die ihn produzierten. "Das ist Hamburg zu verdanken", sagte John Lennon. "Dort haben wir uns erst wirklich entwickelt. Um die Deutschen in Gang zu bringen und die Sache zwölf Stunden auch in Gang zu halten, mußten wir draufloshämmern. Niemals hätten wir uns in diese Richtung entwickelt, wenn wir zu Hause geblieben wären. In Hamburg mußten wir alles versuchen, was uns nur einfiel. Es gab niemanden, den wir hätten nachahmen können. Wir spielten, was uns am besten gefiel. Und den Deutschen gefiel es, solang, es nur recht laut war. Aber erst nach unserer Rückkehr nach Liverpool wurden wir uns über den Unterschied klar und sahen, was geschehen war. Alle anderen spielten den Cliff-Richard-Mist." Ihr eigenes leidenschaftliches Engagement und ihre Persönlichkeiten wirkten ansteckend und schlugen die Zuhörer in ihren Bann. Da war nicht nur ein neuer Sound. Er wurde auch von Leuten produziert, die, wie ihre Zuhörer, natürlich, nicht affektiert, ungehobelt und unverdorben waren. Sie hatten die ursprüngliche Rock'n'Roll-Musik zu neuem Leben erweckt. Sie betraten die Bühne, als Leute wie Cliff Richard diese Musik entmannt hatten. Dahin war der Schwung, der die Emotionen hatte auflodern lassen. Die Beatles explodierten in eine ermattete Umwelt hinein. Sie waren der Stoff, aus dem Schreie gemacht wurden. Hier war die sowohl physische wie atmosphärische Erregung, die den Aufstand der damaligen Jugend symbolisierte. Die Beatles waren unabhängige Geister und spielten, was ihnen gefiel, zur Gaudi, zum eigenen Ruhm und für bares Geld. Sie hatten das Glück, in Hamburg Ansehen und Erfahrung gewonnen zu haben. Musikalisch eigenwillig und physisch magnetisch, waren sie Beispiel: die bissige, launische Erhabenheit des Schlagzeugers Pete Best sowie eine bemerkenswerte Vielfalt talentierter Stimmen. Rhythmische Revolutionäre. Eine Vorstellung, die von Anfang bis Ende eine einzige Folge von Höhepunkten war. Ein Persönlichkeitskult. Scheinbar ohne Ehrgeiz und doch zwischen Selbstsicherheit und Verletzbarkeit hin und her schwankend. Wahrhaft ein Phänomen - vermutlich wird sich so etwas wie die Beatles niemals wieder ereignen. Die Beatles Chronologie bis zum Durchbruch:

 

Liverpool 07.07.1940 Geb. Richard Starkey alias Ringo Starr
Liverpool 23.06.1940 Geb. Stuart Sutcliffe
Liverpool 09.10.1940 Geb. John Winston Lennon
Liverpool 24.11.1941 Geb. Randolph Peter Best
Liverpool 18.06.1942 Geb. James Paul McCartney
Liverpool 25.02.1943 Geb. George Harrison
Hamburg 1950 Das Indra wird von Bruno Koschmieder in der Großen Freiheit 64 in Hamburg St. Pauli eröffnet.
USA 12.04.1954 In den USA erscheint "Rock Around The Clock" von Bill Haley & The Comets.
USA Jan. 1956 "Rock Island Line" von Lonnie Donegan erscheint.
USA 27.01.1956 "Heartbreak Hotel" von Elvis Presley erscheint und klettert bis Mai an die Spitze der Hit-Listen.
Liverpool März 1957 John Lennon gründet mit Schulfreunden die Skiffleband "Blackjacks". Die Blackjacks nennen sich kurze Zeit später in "The Quarrymen" um.
Liverpool 15.06.1957 Johns Gruppe "The Quarrymen" spielt auf der Woolton Parish Church Fete, auf die Paul von einem Freund mitgenommen wird. John und Paul lernen sich hinter der Bühne kennen. Zu dieser Zeit spielt George mit den "Rebels".
Liverpool 20.07.1957 Paul wird Mitglied der Quarrymen.
Liverpool 18.10.1957 Paul tritt das erstemal mit den Quarrymen auf.
Liverpool 06.02.1958 George schließt sich den Quarrymen an.
Liverpool Nov. 1958 Die Quarrymen lösen sich auf.
Liverpool 29.08.1959 John und Paul bleiben zusammen, George schließt sich dem "Les Stewart Quartet" an, das als Hausband im Casbah Coffee Club spielen soll. Als sich Les Stewart nach ausgefallenen Proben weigert aufzutreten, rufen George und Ken Brown John und Paul an und bittet sie einzuspringen. Sie treten erneut unter dem Namen Quarrymen auf.
Liverpool Okt. 1959 Nach Auseinandersetzungen mit Ken Brown lösen sich die Quarryman erneut auf. John, Paul und George spielen nun als Trio unter dem Namen Johnny & The Moondogs.
Hamburg 14.10.1959 Der Kaiserkeller wird eröffnet. Der Betreiber ist Bruno Koschmieder, der bereits den Indra Club betreibt.
Manchester 26.10.1959 Als Johnny & The Moondogs nehmen sie am Talentwettbewerb für die Carroll Levis TV-Show "Discoveries" in Manchester teil, können aber, da sie öffentliche Verkehrsmittel für die Heimreise nutzen müssen, nicht bis zum Finale bleiben, in dem letztlich der Gewinner ermittelt werden soll. So bleiben sie von der Jury völlig unbeachtet.
Liverpool 17.01.1960 Stuart "Stu" Sutcliffe schließt sich als Bassist den Moondogs an. Er schlägt den Namen "The Beatals" vor.
Liverpool 05.05.1960 Allan Williams wird ihr erster Mannager und verschafft den Beatals einen Drummer namens Tommy Moore. Auf Anregung von Brian Cassar von "Cass And The Casanovas", der Name "The Beatals" sei lächerlich und viel zu kurz, sie sollten sich "Long John & The Silver Beetles" nennen, taufen sie sich in "The Silver Beetles" um.
Liverpool 10.05.1960 Vorspielen beim Talentsucher Larry Parnes, dem "König des britischen Rock & Roll", als mögliche Begleitband für Billy Fury. Sie können Parnes nicht vollends überzeugen, bekommen aber ihr erstes Profiengagement als Begleitband auf einer Schottland-Tournee für Johnny Gentle.
Schottland 20.05.1960 Unter dem Namen "The Silver Beatles" als Begleitband auf Schottland-Tournee für Johnny Gentle. Gage: 18 £ pro Musiker und Woche.
Schottland 28.05.1960 Die Tournee und der damit erhoffte Durchbruch enden aufgrund von spärlichem Publikum, Hunger, Erschöpfung, Geldmangel und Streitereien in einem Fiasko.
Neston 02.06.1960 Die Silver Beetles benennen sich für einen Auftritt in Neston in "The Beatles" um und verzichten fortan auf den Zusatz "Silver".
Hamburg 24.07.1960 Um neues Publikum ins Indra zu locken, wendet sich Bruno Koschmider an seinen Liverpooler Geschäftspartner Allan Williams, den ersten Agenten der Beatles. Dieser läd Bruno Koschmieder ein, sich die Beatles im "The Two I's" in Soho anzuhören.
Liverpool 12.08.1960 Pete Best springt für das Engagement in Hamburg als Schlagzeuger ein.
Hamburg 16.08.1960 Die Beatles (John, Paul, George, Stu und Pete) kommen in Hamburg an.
Hamburg 19.08.1960 Die Beatles gastieren im Indra, es gelingt ihnen jedoch nicht, wie von Koschmieder gewünscht, neues Publikum ins Indra zu ziehen. Gage pro Kopf und Tag 30,- DM. 4,5 Stunden pro Nacht, 6 am WE.
Hamburg 03.10.1960 Der Indra Club wird wegen Ruhestörung geschlossen.
Hamburg 04.10.1960 Koschmieder "verlegt" die Beatles vom Indra in den Kaiserkeller, Engagement bis zum 16.10. wird am selben Abend bis zum 31.12. verlängert. Sie spielen im stündlichen Wechsel mit Rory Storm & The Hurricanes (Ringo Starr am Schlagzeug) und kommen auf Anhieb beim Publikum an.
Hamburg 28.10.1960 Die Beatles lernen Astrid Kirchherr, Klaus Voormann und Jürgen Vollmer im Kaiserkeller kennen.
Hamburg 01.11.1960 Vertrag wird auf behördlich Anordnung zum 30.11. beendet, da George nicht volljährig ist.
Hamburg ??.11.1960 Peter Eckhorn eröffnet den Top Ten Club im ehemaligen Hippodrom auf der Reeperbahn Nr. 136. Dort spielen die Beatles als Begleitband von Tony Sheridan.
Hamburg 21.11.1960 George Harrison wird wegen Minderjährigkeit ausgewiesen.
Hamburg 01.12.1960 John, Paul, Stu und Pete wechseln in den Top Ten Club und machen alleine ohne George weiter.
Hamburg 04.12.1960 John, Paul und Pete feiern eine Sexorgie mit leichten Mädchen in ihren Schlafnischen im Bambi Kino, Paul-Roosen-Str. 33. Dabei gerät ein Vorhang in Brand. Paul und Pete verbringen die Nacht im Knast.
Hamburg 05.12.1960 Paul und Pete werden nach einer Anzeige Bruno Koschmieders ebenfalls ausgewiesen.
Liverpool 27.12.1960 Die Beatles spielen als Vorgruppe von King Size Taylor & The Dominoes in der Litherland Town Hall nahe Liverpool. Das Publikum ist gebannt und die Promoter überschlagen sich, sie unter Vertrag zu nehmen. Brian Kelly engagiert sie für 36 Tanzveranstaltungen. Hamburg hat die Beatles verändert!
Liverpool 01.03.1961 Allan Williams schreibt einen Brief an das Deutsche Konsulat in Liverpool wegen eines neuerlichen Engagements in Hamburg und setzt den Vertrag zwischen den Beatles und dem Top Ten Club auf.
Hamburg 27.03.1961 Die Beatles kehren nach Hamburg zurück und habenen 98 Auftritte im Top Ten.
Hamburg 22.06.1961 Plattenaufnahmen mit Tony Sheridan für Polydor in der Friedrich-Ebert-Halle in Hamburg mit Bert Kaempfert (u.a."My bonnie")
Liverpool 03.07.1961 Rückkehr aus Hamburg nach Liverpool. Auftritt in der Litherland Town Hall in Liverpool.
Paris 29.09.1961 John und Paul reisen nach Paris.
Paris 09.10.1961 John und Paul besuchen Jürgen Vollmer in Paris. Er schneidet ihnen, auf ihr Bitten hin, die Haare nach seinem eigenen Vorbild.
Liverpool 09.11.1961 Brian Epstein sieht die Beatles im Cavern Club Liverpool zum ersten mal.
Liverpool 03.12.1961 Brian Epstein und die Beatles treffen sich zu Management-Verhandlungen. Brian ist wütend, da Paul eine halbe Stunde zu spät kommt.
Liverpool 06.12.1961 Brian Epstein erklärt sich bereit, die Beatles zu managen.
Liverpool 10.12.1961 Beatles machen Vorvertrag mit Epstein in der Casbah.
Hamburg 30.12.1961 Peter Eckhorn und Tony Sheridan kehren mit Ringo Starr als dessen neuen Drummer aus Liverpool nach Hamburg zurück, ohne die Beatles für den Top Ten Club unter Vertrag genommen zu haben.
Liverpool 05.02.1962 Ringo Starr springt für zwei Gigs an den Drums für den erkrankten Pete Best ein.
Hamburg 10.04.1962 Stu stirbt an den Folgen einer Gehirnblutung
Hamburg 13.04.1962 Manfred Weißleder eröffnet den Star Club in der Großen Freiheit 39.
Hamburg 13.04.1962 Erstes, zweiwöchiges Engagement der Beatles im Star Club. Gage: 500,- DM pro Kopf und Woche.
Liverpool 09.05.1962 Die bekommen einen Plattenvertrag von EMI-Parlophone angeboten, Produzent George Martin. Epstein schickt ein Telegramm an die Beatles in Hamburg wegen Parlophone-Session am 6.Juni.
Liverpool 04.06.1962 Die Beatles und Brian Epstein unterschreiben Vorvertrag mit EMI-Parlophone.
London 06.06.1962 Erstes Vorspiel bei George Martin im Abbey Road Studio 3.
Skegness 14.08.1962 Ringo bekommt einen Anruf von John im Butlin`s Holiday Camp in Skegness, der ihn in der Band haben will. Ringo sagt zu.
Liverpool 16.08.1962 Pete Best wird hinausgeworfen. Brian Epstein teilt ihm das um 11 Uhr im NEMS Record Shop mit.
Liverpool 18.08.1962 Ringo Starr kommt zu den Beatles.
London 04.09.1962 Beatles unterschreiben Plattenvertrag mit Parlophone.
London 11.09.1962 Erste Single "Love me do" / "PS. I love you" aufgenommen.
Liverpool 01.10.1962 Epstein schließt mit den Beatles zweiten Managementvertrag über 5 Jahre mit 25% Gewinnbeteiligung für Brian Epstein.
UK 05.10.1962 Love Me Do wird als Debut-Single der Beatles in England veröffentlicht. Brian Epstein kauft 10.000 Stück. Sie erreicht Platz 17 der Charts.
Hamburg 17.10.1962 Manfred Weissleder schreibt einen Brief an die Ausländerbehörde, damit Paul McCartney Visum als auch Arbeitserlaubnis für Deutschland erhält, so dass er mit den Beatles im Star Club auftreten kann.
Hamburg 01.11.1962 Zweites, zweiwöchiges Engagement der Beatles im Star Club. Gage: 600,- DM pro Kopf und Woche.
London 26.11.1962 Zweite Single "Please Please me" / "Ask me why" aufgenommen.
Hamburg 18.12.1962 Drittes Engagement der Beatles im Star Club bis zum 31.12. Gage: 750,- DM pro Kopf und Woche. Sie sind zum fünften mal in Hamburg.
UK 11.01.1963 Zweite Single "Please Please Me" erscheint in England und ist auf Platz 2 der Charts der große Durchbruch in der Karriere der Beatles!

Der Rest ist Geschichte....